Rolf Neuweiler sagt leise Adieu

Schaffhauser Nachrichten, 9. August 2019

 

Der Galerist Rolf Neuweiler ist müde geworden. Er schliesst Ende des Jahres in Büsingen die Alte Schmiede und zieht wieder nach Kreuzlingen.

Nach der Ausstellung des Diessenhofener Künstlers Erich Milz anlässlich der grenzüberschreitenden Museumsnacht Hegau-Bodensee schliesst Rolf Neuweiler am 5. Oktober die Alte Schmiede in Büsingen. Im Jahr 2011 übernahm Neuweiler die Galerie, die zuvor der Jestetter Künstler Jochen Singer führte und danach einige Zeit leer gestanden war. Der Büsinger Galerist organisierte in den acht Jahren rund 60 Ausstellungen mit Künstlern aus der Ostschweiz und Süddeutschland. Zuvor führte Neuweiler zehn Jahre lang eine Galerie in Kreuzlingen und einige Zeit zusammen mit Klaus Rothe die Scheunen-Galerie Hontes auf dem Hohentwiel.                                          Kunstszene hat sich gewandelt

Die Entscheidung, die Galerie aufzugeben und wieder nach Kreuzlingen zu ziehen, wo er aufgewachsen ist und über 40 Jahre lebte, reifte in Rolf Neuweiler bereits im letzten Jahr. „Ich will mehr Freiheiten an den Wochenenden“, sagte der 71- jährige. Jährlich gab es in der Galerie fünf bis sieben Ausstellungen, die sich über vier Wochenenden zogen und Neuweiler samstags und sonntags jeweils zwei Stunden hütete. „In der letzten Zeit kamen deutlich weniger Leute und oft bin ich alleine dagesessen“, sagte Neuweiler. Er führt das darauf zurück, dass Kunst ein Nischenprodukt und das Angebot in der Region zu gross ist. Zudem gehen insbesondere die Jüngeren in der Kunst andere Wege. Ein Grund für den Rückgang der Besucher sieht er auch darin, dass die Künstler zu den Öffnungszeiten selbst immer weniger vor Ort waren und sich auch nicht mehr um Besucher bemühten. Der Galerist verlangte von den Ausstellern keine Raummiete, lediglich 20 Prozent vom Verkaufserlös der Kunstgegenstände. „Das hat aber nicht immer für den Mietzins gereicht“, bemerkte Neuweiler. „Die Galerie hat mich gut gedünkt“, sagte die Besitzerin Vera Schraner, die die alte Schmiede ihres Ur-Ur Grossvaters am Liebsten wieder als Ausstellungsraum vermieten würde.                                                                               Vorzeitiges Abschiedsfest

Vor zwei Jahren ist Neuweilers Ehefrau Barbara gestorben, wegen der er vor elf Jahren nach Büsingen kam. Neuweiler selbst ist gesundheitlich noch fit und will künftig in Kreuzlingen die Zeit mit alten Bekannten verbringen und sich wieder auf die eigene künstlerische Kreativität konzentrieren. Bereits am Sonntag, 18. August lädt er ab 15.00 Uhr Freunde, Bekannte und Künstler nochmals in die Alte Schmiede in der Junkerstrasse 59 zur „Uuslumpete“ ein. Zu seinem Abschiedsfest bringt Neuweiler über 70 seiner Kunstwerke mit, die er den Besuchern dann als Abschiedsgeschenk mit nach Hause gibt. Ich glaube nicht, dass mir die Galerie fehlen wird, obwohl ich dort sehr schöne Zeiten erlebt habe“, sagte Neuweiler. Seine Wohnung im Ortsteil Stemmer hat er gekündigt und wird Ende August zu seinen Wurzeln zurück kehren. Als Mitglied des Kunstforums und als Gönner des FC Büsingen wird Rolf Neuweiler der Exklave aber weiterhin erhalten bleiben

 

 

 

 

 

 

Rolf Neuweiler schliesst Ende des Jahres die Büsinger Galerie „Alte Schmiede“, in der er in den letzten acht Jahren über 60 Ausstellungen organisierte.  

 

Der Heckel Willi wird 80

Sürdkurier, 4. April 2019

 

Wilhelm Heckel, der in Lottstetten als "Der Heckel Willi" bekannt ist, feiert am Mittwoch, 4. April seinen 80. Geburtstag. Dann kommt der Lottstetter Musikverein "Harmonie", um seinem Ehrenmitglied einen musikalischen Gruß zu überbringen. Die große Geburtstagsparty mit Familie und Freunden steigt am Samstag in der Lottstetter Engelscheune. Neben den in der Region wohnhaften Kindern Petra, Udo und Stefan kommt die Tochter Birgit extra aus Los Angeles angereist. Mit dabei sind auch sieben Enkelkinder. "Die Geburt des achten Enkelkindes wird im April erwartet", bemerkt Willi Heckel mit sichtlichem Stolz. Der Jubilar wurde in Villingen als Sohn von Otto und Therese Heckel geboren und wuchs mit den Brüdern Manfred, Otto und Paul, sowie den Schwestern Anita und Elfriede in der Heimat der Mutter in Oberbayern auf. Später zog die Familie Heckel nach Herrischried, wo der 14- jährige Willi in der Trachtenkapelle die Faszination zur Musik fand, die ihn ein Leben nicht merh loslassen sollte. Als 18- Jähriger war er auch dabei, als im Gasthaus Ochsen in Herrischried einer der ersten Fußballclubs auf dem Hotzenwald gegründet wurde. Obwohl er seine sportliche Karriere schon frühzeitig wegen Knieproblemen beenden musste, blieb er seinem Verein als Schiedsrichter lange Jahre erhalten. Vor zwei Jahren wurde er vom FC Herrischried anlässlich der 60- jährigen Mitgliedschaft zum Ehrenmitglied ernannt und seit über 25 Jahren ist er auch Mitglied beim FC Weisweil, wofür er die Silberne Ehrennadel erhielt. Im Jahr 1959 zog die Familie Heckel nach Lottstetten, wo Willi Heckel bald darauf Ursula Baumann heiratete und auch das Dorfgeschehen prägte. Der "Heckel Willi" trat nicht nur in den Musikverein Harmonie ein, sondern sorgte mit dem Trio Heckel und als Alleinunterhalter insgesamt über 20 Jahre bei den verschiedensten Anlässen für tolle Stimmung. Beim Sportverein Lottstetten war er fünf Jahre Erster Vorsitzender und maßgeblich am Bau des Lärchensportplatzes beteiligt. Heckel gründete die Tischtennisabteilung und die Lottstetter Straßenfasnacht. In seiner sechsjährigen Amtszeit als Gemeinderat erlebte er den Wechsel der langjährigen Bürgermeister Max Keller und Lothar Mülhaupt. Nachdem die erste Ehe in die Brüche gegangen war, heiratete er am 12. 12. 2012 im betagten Alter von 74 Jahren die Schweizerin Edith Döbeli aus Otelfingen. Der Jubilar ist noch sehr vital und durch seine gesellige Art weit über die Region hinaus auch sehr beliebt. Am Ostersonntag besuchte Willi Heckel das Jahreskonzert der Trachtenkapelle Herrischried und jedes Jahr im August geht er ein paar Tage in seine alte oberbayrische Heimat nach Großhöhenrain, um seine alten Freunde und Schulkollegen zu besuchen.

 

 

 

 

 

 

 

Willi Heckel hat das Lottstetter Dorfleben über Jahre geprägt. Am 4. April wird er 80 Jahre alt.

 

Christian Gromann, der Exot unter den Hochrhein-Winzern

Südkurier, 4. November 2017

Christian Gromann ist der einzige Vollerwerbs-Biowinzer am Hochrhein und ist wieder einmal mit einem blauen Auge davon gekommen. Der gelernte Weinhandelsküfer, der in Rechberg und Erzingen rund fünf Hektar Reben bewirtschaftet, hatte eine 50 Prozent geringere Ernte als im Jahresschnitt. "Aber die Qualität stimmt", betonte Gromann, der in diesem Jahr wieder zwei große Auszeichnungen bekam. Zwei seiner 2015-er Rotweine wurden vom Bundesverband Ökologischer Weinbau e.V., "EcoVin", in die Liste der besten Bioweine Deutschlands aufgenommen. Für solche Auszeichnungen muss sich Gromann jedoch großen Herausforderungen stellen, wovon die größte der Kampf gegen den unechten Mehltau Peronospora ist. Der Biowinzer darf dagegen nur Kontaktmittel verwenden, das nicht in die Pflanze eindringt. Bei Niederschlagsmengen ab 20 Liter pro Quadratmeter wird der Pflanzenschutz allerdings wieder abgewaschen. "Wenn es in den wichtigsten Perioden Mai und Juni nur regnet, brauchen wir mit der Pilzbekämpfung gar nicht mehr anfangen, das schafft man nicht mehr im Biobereich", betonte Gromann, der mittlerweile über die Hälfte seiner Rebberge mit pilzwiderstandsfähigen Sorten bestockt hat. Zudem muss er die Unterstockbegrünung niedrig halten, da viele Infektionen vom Boden her kommen. Ein Biowinzer darf das Gras nicht mit Glyphosat abspritzen. Zudem kommen immer wieder neue Schädlinge in den Rebberg. Im Jahr 2014 war es die Kirschessigfliege, die einen Großteil der Ernte vernichtet. In diesem Jahr kamen dann auch noch Frost und Hagel dazu. Der Spätfrost im April hat Gromann allerdings nicht allzu sehr betroffen, da er bei seinen Reben sowieso eine Mengenregulierung vornimmt. Im August kam dann aber der Hagel, der in seiner eineinhalb Hektar großen Rebparzelle in Rechberg rund 80 Prozent der Trauben vernichtete. Für den Bio-Weinbauer war das sehr schmerzhaft, da er im Schnitt sowieso nur rund 500 Gramm pro Quadratmeter erntet, was etwa der Hälfte eines konventionellen Winzers entspricht. Gromann bemerkte, dass sich der Weinbau durch den Klimawandel verändert hat. Beim traditionellen Spätburgunder verwendet er inzwischen andere Klone, weil die Beeren zu groß werden, keinen Platz im Traubengerüst haben und aufplatzen. Der gebürtige Nacker ist aber nach wie vor vom Biorebbau überzeugt, obwohl er ein viel höheres Risiko hat als ein traditioneller Weinbaubetrieb. "Bioweinbau bringt mir eine bessere Traubenqualität, weil die Traube nicht durch synthetische Stickstoffe oder sonst irgendetwas gepuscht, sondern von Natur aus wächst", bemerkt Gromann, der nur zu gut weiß, dass man nur mit guten Trauben auch guten Wein machen kann. "Den Bioweinbau mache ich auch aus ökologischer Sicht, weil es einfach gesünder ist", betont Gromann. Der Anteil der ökologisch bewirtschafteten Rebflächen liegt in Deutschland mittlerweile bei knapp zehn Prozent, Tendenz steigend. Biowinzer wissen, dass sie auch mit schlechten Jahren leben müssen. Eine Versicherung gegen den Frost gibt es zwar, ist jedoch fast unbezahlbar. Seit die Wetterkapriolen zugenommen haben, hat Christian Gromann eine Hagelversicherung abgeschlossen. "Aber was nützt der finanzielle Ausgleich, wenn ich keinen Wein im Keller habe", fragt sich der 53- Jährige. Der Kunde ist anspruchsvoller geworden. Er erwartet jedes Jahr einen guten Wein und will auch wissen, wer hinter dem Produkt steht und wie es gemacht wird. Die Weinliebhaber haben am kommenden Wochenende die Möglichkeit, das Rechberger Bioweingut kennen zu lernen, wenn Christian Gromann samstags und sonntags ab 13 Uhr zur Gratis Rotweinprobe und Rotweingulasch einlädt. Gespannt sein darf man insbesondere auf die 2015-er Rechberger Spätlese und das C.G. Cuvee, zwei der besten Bioweine Deutschlands.

 

 

 

 

 

 

 

Der Ökowinzer Christian Gromann und sein Weimaraner Hund Göthe" im Rechberger Rebberg, wo sich auch seine Wein-Probierstube befindet.

Trinktemperatur sorgt für vollkommenen Weingenuss

Badischer Winzer, 1. April 2016

"Gute Weine sind zu schade, um sie mit der falschen Temperatur zu trinken", betont der 71- jährige Pensionär Gerd Arnold aus der deutschen Gemeinde Wutöschingen am Hochrhein. Der selbständige Maschinenbautechniker, der sich mit Feuchtemessgeräten und vollautomatischen Produktionssteuerungen für Betonanlagen einen Namen gemacht hatte, ging vor vier Jahren in den Ruhestand, doch sein Erfindergeist ist geblieben. Der Weingeniesser weiss nur zu gut, dass bei einem Wein die Trinktemperatur von entscheidender Bedeutung ist, wenn man den vollkommenen Trinkgenuss erleben will. Zu hohe Temperaturen beeinträchtigen das sensorische Erlebnis, da sie die Empfindung von Frucht, Säure und Gerbstoff reduzieren. Besonders zu warme Weissweine schmecken oft breit und plump. Zu kühl getrunkene Weine verlieren hingegen ihren aromatischen Charme und bei zu kalten Rotweinen treten Tannine und Säuren aggressiver in den Vordergrund. Bei einem kräftigen gehaltvollen Rotwein kommt das Weinbouquet erst bei einer Trinktemperatur ab 16 Grad voll zur Geltung. Die Trinktemperatur erhöht sich durch die rasche Erwärmung des Weins im Glas allerdings um ein bis zwei Grad, was bei der Serviertemperatur zu berücksichtigen ist. Beim Einschenken sollte die Temperatur daher je nach Sorte und Ausbau zwischen sieben und 17 Grad liegen.

Die richtige Temperatur zum richtigen Wein

Da Gerd Arnold von handelsüblichen Manschetten, die man zur Temperaturmessung des Weines um die Flasche klemmt, nicht viel hält, hat er die Vinotherm Sensorfolie entwickelt. Mit einem hochsensiblen Digitaltemperaturfühler hat er die Temperatur eines gekühlten Weins in der Flasche gemessen und das passende Flüssigkristall zugeordnet, das sich genau bei der gleichen Temperatur grün verfärbt. In der Versuchsreihe, bei der er von seinem Sohn Philipp, einem Diplom Physiker unterstützt wurde, wurde eine Sensorfolie mit zehn verschiedenen Flüssigkristallen entwickelt, die eine Temperaturskala von sechs bis 24 Grad abdeckt. Die einheitlichen Temperaturfühlerstreifen werden auf Papierrollen aufklebt, damit sie mit den handelsüblichen Etikettiermaschinen ohne Mehraufwand auf die Weinflasche aufgebracht werden können. Gerd Arnold hat die Vinotherm-Sensorfolie patentrechtlich schützen lassen. Mit der Winzergenossenschaft Moselland in Bernkastel-Kues wurde eine Versuchsserie mit 20´000 Thermostreifen gefahren. Nachdem keine Reklamationen kamen, lässt Arnold sein Produkt in jeder gewünschten Stückzahl produzieren. Der Preis für die Temperaturmesstreifen liegt im Centbereich. Der Pensionär genießt es, seine neueste Erfindung ohne Druck auf den Markt zu bringen. Durch seine früheren Erfindungen konnte sich Arnold bereits einen gewissen Luxus leisten. In Schönenbach am Schluchsee hat er ein 150 Jahre altes Bauernhaus gekauft, das er nach seinen Wünschen zur Gaststätte "Bartlehof" umgebaut hat. Auch dort wurde das Patentamt bereits aktiv. Der Tüftler hat die auf 1000 Meter gelegene Weinstube als "höchste Weinstube des Schwarzwaldes" gesetzlich schützen lassen.

 

 

 

 

 

"Gute Weine sind zu schade, um sie mit der falschen Temperatur zu trinken", sagt der Pensionär Gerd Arnold, der einen speziellen Weintemperaturmesser erfunden hat.

Ein Lehrer sitzt ein halbes Jahrhundert an der Orgel

Südkurier, 2. Mai 2015

Winfried Weeber feiert besonderes Jubiläum

Die katholische Lottstetter Pfarrgemeinde "Sankt Valentin" feiert am kommenden Samstag das Jubiläum ihres Organisten Winfried Weeber, der 50 Jahre lang seinen anspruchsvollen Dienst pflichtbewusst und gewissenhaft versehen hat. Winfried Weeber ist in Weil am Rhein aufgewachsen und studierte nach seiner Schulzeit Philosophie, Theologie und Pädagogik. An Ostern 1965 saß Weeber zum ersten Mal als junger Orgelspieler auf der Empore der Lottstetter Valentinskirche. Der heute 76- Jährige war als junger Lehrer nach Lottstetten gekommen, weil man dort einen Organisten brauchte, der zugleich in der Kirche den Orgeldienst übernehmen konnte. Bis dahin hatte Frau Burgemeister, die Frau des Messners, die Orgel gespielt. Weeber merkte schnell, dass die alte Braun-Pfeiffenorgel nahezu unbespielbar war. Der Erzbischöfliche Musikdirektor Binninger kam, und erklärte die Orgel als nicht reparabel. Da die finanziellen Mittel fehlten, wurde eine elektronische Kirchenorgel angeschafft. Obwohl diese nur ein Bruchteil einer Pfeiffenorgel kostete, musste sie größtenteils durch Spenden finanziert werden. Zur damaligen Zeit war eine solches Musikinstrument in der Kirche allerdings sehr ungewöhnlich. Als einige Jahre später ein Heizungsdefekt die Kirche schwer beschädigte und die Orgel zerstörte, wurde die zweimanualige elektronische Orgel mit den 30 Registern angeschafft, die heute noch auf der Empore steht. Weeber spielt auch an den Pfeifenorgeln in der Pfarrkirche Sankt Jakobus Altenburg und in der evangelischen Kirche in Jestetten. Die Messen in der Nacker Kapelle begleitet der Organist mit seinem eigenen elektronisches Harmonium, das er der Pfarrgemeinde gestiftet hat. Seine ersten Erfahrungen mit der Orgelmusik machte Weeber bereits als junger Ministrant, als er einem Vikar an der St. Peter und Paulskirche in Weil am Rhein zusah und zuhörte. Die Klangvielfalten waren es schon damals, die den kleinen Winfried faszinierten. Die Orgel klang eben anders wie das Klavier seiner Mutter. Weeber liebt es noch heute, wenn er bei Improvisationen die eigenen Empfindungen musikalisch zum Ausdruck bringen kann. Obwohl im Laufe der Jahre neues Liedgut und moderne Orgelmusik Einzug hielten, spielt Weeber immer noch am liebsten die Musik von Georg Friedrich Händel. Der Jubilar erinnert sich aber auch, dass der Orgeldienst in den Anfangsjahren, als es an den Wochenende noch mehrere Gottesdienste gab, auch eine Belastung für die junge Familie war. Weeber war über 40 Jahre im Schuldienst tätig und auch seine Ehefrau Ingeborg war Lehrerin. Weeber, der unter sieben Lottstetter Pfarrern den Orgeldienst leistete, konnte von der Empore auch den gesellschaftlichen Wandel in der Kirche erkennen. Im Laufe der Jahre wurden die Kirchenbesucher immer weniger. "Wer früher eine besondere Stellung in der Gemeinde hatte oder zum Dorfleben dazugehören wollte, bei dem gehörte der sonntägliche Kirchgang dazu", so Weeber, der heute vor allem die Kinder in den Gottesdiensten vermisst. Erfreut ist Weeber über den Zusammenhalt des Organisten-Teams der Seelsorgeeinheit Jestetten. "Wir helfen uns gegenseitig ganz unkompliziert aus", so Weeber. Wer beim Festgottesdienst an der Orgel sitzt und in welcher Form der Festgottesdienst stattfindet, weiß der Jubilar nicht. "Pfarrer Dressel will mich überraschen", sagt Winfried Weeber mit gespanntem Blick. Er weiß nur, dass der Gottesdienst um heute Abend um 18.30 Uhr beginnt, vom Gesamtkirchenchor der Seelsorgeeinheit Jestetten begleitet wird und dass es im Anschluss noch einen Umtrunk geben soll.

 

 

 

 

 

 

Winfried Weeber feiert im heutigen Vorabendgottesdienst in der Lottstetter Kirche Sankt Valentin sein 50- Jähriges Jubiläum als Organist.

Der schnelle Diakon vom Klettgau

Konradsblatt vom 4. Oktober 2014

 

Johann Klee hat einen besonderen Bezug zu Sport und Kirche

 

Mit 55 hat er angefangen zu rennen, heute ist er 77 und hat 14 Marathons gelaufen, Halbmarathons mögen es etwa 50 gewesen sein, gezählt hat er sie irgendwann einmal nicht mehr. Die Rede ist vom Klettgauer Diakon Johann Klee. Wer allerdings denkt, der Geistliche sei gemütlich durch den Wald gejoggt, der irrt mächtig. Seine Marathon Bestzeit liegt bei 2:50, den besten "Halben" ist er in 1:14 gelaufen. Er wurde 17 Mal Badischer Meister, einmal sogar deutscher Berglaufmeister. "Als ich die zehn Kilometer nicht mehr unter 40 Minuten lief, habe ich mit Wettkampfsport aufgehört", bemerkte der sportliche Diakon. Für Klee erhöht sich die Lebensqualität durch das Laufen erheblich. "Durch die Bewegung in der frischen Natur nimmt die Sauerstoffaufnahme zu und man ist geistige viel fitter", sagt der Diakon, der sich viele Predigten beim Laufen ausgedacht hat. "Als Sportler lebt man viel bewusster und Sport ist auch eine gewisse gesundheitliche Vorsorge", bemerkt Klee. Er hat sich mit Wettkämpfen bewusst unter Druck gesetzt, da er sich sonst aufgrund der unregelmäßigen Arbeitszeiten zu wenig Zeit zum Trainieren genommen hätte. Der 77- Jährige läuft heute noch fünf- bis siebenmal die Woche, jeweils etwa 15 Kilometer. Der Klettgauer Diakon war schon jeher eine schillernde Figur. In jungen Jahren ist der Seelsorger Radrennen gefahren, seine große Leidenschaft galt dem Reiten. Bevor er das Amt des Diakons ausübte, erlernte er erst einmal den Beruf des Kellermeisters. Noch heute macht er aus seinen Hausreben das eigene Fässchen Wein. "Das ist allerdings nicht der Erzinger Messwein", betont Klee, der und erklärt, dass für den Messwein der vereidigte Winzer Lorenz Keller aus Erzingen zuständig ist. "Er musste auf der Bibel schwören, dass er seinen Wein nicht panscht", weiß Klee. Die Klettgauer Kirchgänger stören sich nicht an seiner Laufleidenschaft. "Als ich noch in Donaueschingen tätig war, haben ein paar muckiert, als ich statt in die Kirche, zu den Badischen Meisterschaften gefahren bin", erinnert sich Klee, für den die heutige Gesellschaft ehrlicher geworden ist, obwohl die Zahl der Kirchgänger rückläufig ist. "Früher war der sonntägliche Kirchgang mit einem sozialen Druck verbunden", betont Klee. "Wer keine Bindung an Gott hat, sucht sich heute einen Ersatzgott, um seinen Halt zu finden, obwohl er ihn dort sicherlich nie finden wird", sagt Klee, der diese Entwicklung an der vergangenen  Fußballweltmeisterschaft beobachten konnte. Für ihn ist es wichtig, dass sich das heutige Kirchenpersonal unter die Gesellschaft mischt. "Wenn ich im kleinen Kämmerlein vor mich hin bete, verkünde ich keinen Glauben", bemerkt der Klettgauer Diakon. Kürzlich ist Klee wieder raus zu den Leuten gegangen, als er in Weisweil den Klettgaulauf moderierte, wo das Ziel bei der Kirche war. "Für mich ist es immer wieder ein tolles Gefühl, wenn ich sehe, wie so viele Leute so schnell zur Kirche hin rennen", scherzt Klee, der allerdings selbst nicht mehr mitlaufen wollte, da er Angst hatte, dass er rückfällig wird und ihn das Wettkampffieber wieder packt.

 

Der 77- jährige Johann Klee ist am Hochrhein in Klettgau Diakon. In seiner Freizeit hält er sich mit dem Laufsport körperlich und geistig fit.

Josi-Plauen, der Kunstmaler der aus dem Osten kam

 

Veröffentlicht am 16. Mai 2013 im Südkurier und Alb Bote

 



Josi Plauen ist einer der bekanntesten Kunstmaler der Region. Eigentlich heißt er Jochen Singer und stammt aus Plauen im Vogtland. Mittlerweile ist Jestetten seine Heimat geworden, wo er seit 1997 eine eigene Malschule führt. Handwerkliche Können ist für ihn die Grundvoraussetzung für ein gutes Bild: „Wenn Malen das Fleisch ist, ist das Zeichnen das Skelett“. Laut Statistik sind beim Malen 30 Prozent Talent und 70 Prozent kann man lernen. „Ich hatte bisher nur einen Fall, wo ich mit meiner Kunst am Ende war“, erinnert sich der Mallehrer, der seit über zwölf Jahren unterrichtet. Ein Maler kann sich selbst durch seine Bilder verwirklichen. „Ich gebe nur das handwerkliche Können, das man nach einem halben Jahr in den Grundzügen beherrschen kann“, betont der Kunstmaler, der seine ersten malerischen Schritte bei Fredo Bley, einem bekannten vogtländer Landschaftsmaler machte. Ab 1970 arbeitet Singer mit dem politisch kritischen Kunstmaler Rolf Andiel zusammen, der 1987 in der damaligen DDR Berufsverbot erhielt. Auch Singer malte kritische Bilder, beispielsweise ein Seiltänzer oder ein Gesicht mit einer Maske, die er wegen „ungenügender Bewältigung politischer Problematik“ nicht ausstellen durfte. Nach der Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermann im Jahr 1976 kam in ihm immer mehr eine kritische Haltung gegenüber dem Staat auf. Nachdem er 1987 einen Ausreiseantrag gestellt hatte, durfte er im September 1989, zwei Monate vor dem Mauerfall, mit seiner Frau Elke und den Kindern Daniela und Pascal in den Westen ausreisen. In Jestetten, wo bereits einige Verwandte wohnten, hat die Familie schnell Fuß gefasst. Jochen Singer nahm in einem Betonwerk in Lottstetten Arbeit an und widmete sich bald wieder der bildenden Kunst. Mit der Eröffnung seiner Malschule erfüllte sich Josi Plauen einen Lebenstraum und mittlerweile hat er sein Hobby zum Beruf gemacht. Er gibt Grundkurse im Zeichen, vermittelt die richtige Perspektiven und Farbenlehren und erklärt den Bildaufbau. Seit elf Jahren gibt Singer auch Unterricht in der Aktmalerei. Sein Malstil hat sich im Westen grundlegend verändert. Während
seine Bilder im Osten eher dunkel gehalten waren, vermittelt er heute vorzüglich die Schönheiten der Natur im Wechselspiel der Farben des Lichts. „Man sollte weniger mit den Augen, und mehr mit dem Herzen malen“, betont Josi Plauen, für den malen eine ganz spezielle Art ist, Gefühle auszudrücken und Stress abzubauen. „Ein Maler sucht immer wieder nach neuen Motiven, wodurch er das Umfeld bewusster wahrnimmt und viel intensiver lebt“, ist sich Singer sicher. Deshalb macht er auch immer wieder seine Überlebenstrainingstage, an denen er sich irgendwo aussetzen lässt und zu Fuß nach Hause läuft, wobei er drei bis vier Nächte im Wald übernachtet und von dem lebt, was die wundervolle Natur hergibt.

Der Jestetter Kunstmaler Josi Plauen hat sich ein Lebenstraum erfüllt. Einst als Disponenten im Baugewerbetätig, führt er seit Jahren in Jestetten als Mallehrer die eigener Malschule

Rheinläufer hats geschafft

Nach genau 1425 Kilometer erreichte der Schweizer Extremläufer Reto Hunziker  nach 42 Tagen das Ziel an der Nordsee. Am 13. Juni war er an der Rheinquelle in den Schweizer Bergen gestartet und ist den gesamten Rheinverlauf in 35 Tagesetappen gelaufen. Lediglich sieben Ruhetage gönnte er sich. Dabei sammelte er 50.000 Schweizer Franken für die Krebsliga.              

Runners, 15. September 2012

 

Der Schweizer Reto Hunziker hat am Dienstag, nach exakt 1425 Kilometer, die er in 35 Tagesetappen gelaufen ist, die Nordsee erreicht. Er startete am 13. Juni an der Rheinquelle und gönnte sich lediglich sieben Ruhetage.                                                                                                   Reto Hunziker hat bei seinem Projekt „Run for Kids“ 50.000 Schweizer Franken für krebskranke Kinder gesammelt. Am 4. November findet die Spendenübergabe beim Walliseller Lauf statt. Bereits am dritten Tag drohte das Projektzu scheitern, als Hunziker in Vaduz einen Kreislaufzusammenbruch erlitt. Entlang des Bodensees und des Hochrheins hat er sich dann wieder aufgerappelt. In Basel kam dann der zweite Tiefpunkt, als er sich nachts übergeben musste. „Ich habe da aus den Erfahrungen von Vaduz gelernt“, sagte Hunziker. An den folgenden drei Tagen ist er jeweils über 50 Kilometer gelaufen. „Von da an wusste ich, dass ich es schaffen kann“, betonte der Extremläufer. Verschiedene kleinere Blessuren verschwanden schnell wieder. Ein besonderes Etappenziel war Köln, wo er vor zehn Jahren den ersten Marathon gelaufen ist. Hunziker wurde auf der Strecke immer wieder von Läufern begleitet. In Rotterdam erwarteten ihn seine Ehefrau Jacqueline und Töchterchen Giannina.Die letzte Etappe ist Reto Hunziker mit Mario Ricci,der die gesamte Tour mit dem Wohnmobil begleitete, zusammen gelaufen. Trotz Temperaturen von nahezu 35 Grad, wurde esein Genusslauf. „Es war ein unglaubliches Gefühl, als der „Rijn“ aufhörte und wir das Meer sahen und kein Horizont mehr sichtbar war“, schwärmten beide. Weitere Infos gibt es unter www.1333km.ch.

Freddy wird zum Mythos

veröffentlicht am 19. Mai 2012 im "Südkurier" und "Alb Bote"

 

Die guten alten „Freddy -Zeiten“ wollen ehemalige Gäste vom Lottstetter Tanzcafé „Rheinblick“, wie es offiziell hieß, zurückholen. Die Goldenen Zeiten hatte der „Freddy“, wie die Disco im Ortsteil Balm genannt wurde, in den achtziger Jahren. Es war Wochenende, das Lokal war brechend voll - DJ Rene legte "Mendocino" auf - "Freddy- Time" war angesagt und die Welt war in Ordnung. Dieses Hoch reichte bis in die neunziger Jahre. Danach wurde es ruhiger. Eine andere Zeit, andere Interessen. Heike Kehl-Schiffler aus Griessen schwelgte wieder einmal in dieser alten Zeit, als sie am 21. April die Facebook-Gruppe „Die guten alten Freddy Zeiten“ gründete, die mittlerweile etwa 500 Mitglieder hat. Man erinnert sich gerne an die Zeiten beim „Freddy“. An die Wochenend-Disco, die erste Liebe und an ewige lange
Tanzabende. Das macht Lust auf mehr. Nun hat sich mit Heike Kehl-Schiffler,
Astrid Metzger-Heber, Thorsten Brückel, Sandy Davies, Irmgard Kromer und Armin
Krämer ein Organisationsteam gegründet. Armin Krämer ist der ehemalige Wirt vom
Lottstetter Café Engelscheune, das es zu jener Zeit gab. Er kam extra aus
Kappel-Grafenhausen bei Rust zur OK-Sitzung angereist. Freddies Kinder Marion
und Markus sind offizielle Ehrenmitglieder der Gruppe. Alfred „Freddy“ Knöpfle ist im Jahr 2002 im Alter von 54 Jahren verstorben. Sein Tod löste ein großes Medieninteresse aus, da er als Notfall von verschiedenen Krankenhäusern nicht angenommen wurde. Seine Ehefrau Gordana verstarb 2008. Die Betreiber vom „Rheinblick“ wechselten dann mehrmals. Nach einem Brandschaden wurde die Immobilie umgenutzt, seither ist dort ein Gastronomiebetrieb nicht mehr möglich.
Die Gruppe sucht nun nach Sponsoren und einer Halle, wo im Herbst eine Freddy
Party stattfinden kann. Abtanzen zu der Musik der 80- er Jahre, alte Freunde
treffen und Erinnerungen austauschen. Sandy Davis erinnert sich an die kleine Mauer beim Eingang: „Dort wurde diskutiert, lamentiert, gestritten, geraucht und geknutscht“. Thorsten Brückel, der eine Freddy-Homepage erstellt, ist stolzer Besitzer einer speziellen Single, die er von Fredddy bekam: „Gute Nacht Freunde“, von Reinhard Mey. „Dieser Song lief immer ganz am Schluss des Abends“, erinnert sich Brückel wehmütig. „Freddy war immer eine ehrliche Haut und hätte einem sein letztes Hemd gegeben“, erinnert sich Armin Krämer. Für Heike Kehl war er oft wie ein Vater. Dass er eine große Persönlichkeit war, sind sich alle einig.

Sie wollen die guten alten Freddy-Zeiten in Lottstetten neu aufleben lassen: (von links): Heike Kehl-Schiffler, Sandy Davies, Armin Krämer, Astrid Metzger-Heber und Thorsten Brückel.

Alfred "Freddy" Knöpfle betrieb das Tanzcafe "Rheinblick" im Lottstetter Ortsteil Balm und starb 2002.

Alles nur kein Klöpfmoscht

Hochrhein Anzeiger, 31. August 2011

 

Kommt der Elbling zurück an den Hochrhein? Das wünschen sich einige
Freunde des Elblingweins aus Lottstetten. Heinz Peter Welter, Ökowinzer und Weinerlebnisführer aus Wincheringen an der Obermosel pflegt seit 24 Jahren eine intensive Freundschaft zu  Lottstetten. Den letzten Besuch nahm er zum Anlass, die mittlerweile angewachsene Zahl der Elblingfreunde über die älteste Edelrebe, die in Deutschland angebaut wird, zu  informieren. Schon die Römer fanden diese
Weißweinrebsorte an der Mosel vor, als sie 49 vor Chisti das Gebiet der
Treverer - die heutige Landschaft an  Mosel, Saar und Ruwer - eroberten. Im
Mittelalter wurde die Elblingrebe im gesamten deutschsprachigen Raum in größter
Ausbreitung angebaut.  So auch im  Klettgau. Während früher in Erzingen drei
Viertel der Rebfläche Elbling und der Rest Spätburgunder waren, sind es
heute  größtenteils Spätburgunder und Müller Thurgau, sowie neue Züchtungen und Burgundersorten. Nur in einigen Gebieten hat sich die Rebe erhalten. Heute ist der Anbau im Wesentlichen auf die Obermosel begrenzt, wo man sich wieder auf den traditionellen Anbau besonnen hat. In den kleinen Anbaugebieten von etwa 150 Hektar auf luxemburgischem Gebiet und 700 Hektar auf deutscher Seite wurde der Elbling zur Rarität. Der an der Obermosel vorherrschende Muschel-Kalkboden ist ähnlich dem der französischen Champagne. Die Frische, Fruchtigkeit und besondere
Herzhaftigkeit lässt immer mehr Weinfreunde zu Elblingfreunden werden. Der
Elbling wird trocken und halbtrocken ausgebaut und ist prädestiniert als
Grundwein für die hochwertige Sektherstellung. Dazu kommt das Flaschengärverfahren des Champagners.  So haben sich die
Elbling- Cremants  in vielen Verkostungen mit Champagnern als ebenbürtig erwiesen. „Sogar bei offiziellen Anlässen wird  spanischer „Klöpfmoscht“ ausgeschenkt, der allenfalls durch seine milchige Flasche auffällt, obwohl wir in Deutschland hervorragende Winzersekte haben “, ärgert sich einer aus den Reihen der Elblingfreunde. Mit wenig Bukett und kompakte Säure ist der Elbling auch der perfekte Essensbegleiter zu Spargel oder Fisch. „Zu einer Forelle ist er unschlagbar“, weiß eine Teilnehmerin der Elblingweinprobe. Durch  traurige Umstände setzte der  Weinbaubetrieb Welter  auf Ökologie.  In den Jahren um 1987, als Manfred Welter von seinem Vater Peter den Betrieb übernahm, starben an der Obermosel ungewöhnlich viele junge Winzer. „Wir wollten mit der vielen Chemie nichts mehr zu tun haben“, so  Manfred Welter, der den Öko-Weinbaubetrieb
auf vier Hektar Rebfläche  ausbaute. Doch er sieht auch keine Vorteile durch die Bezeichnung  Ökowein. „Ein Wein muss schmecken, sonst holt ihn keiner“. Durch geringere Erträge werden aber gehaltvollere Weine  erzeugt. Das junge Weingut „LCK“ (Lorenz & Corina Keller) aus Erzingen will den Elbling künftig wieder heimisch machen. „Ich möchte sehr gerne Elbling anbauen“, so Corina Keller. Andreas Henes,
der in Lottstetten einen Obstbaubetrieb mit Verkaufsladen führt,  plant künftig eine Nutzungsänderung zur Gastronomie auf seinem Hof. Auch er will auf die Karte Elbling setzten und diese Rarität in der Region wieder anbieten. Für Otto Heckel ist der Elbling seit fast einem Vierteljahrhundert die passende Alternative zu den
einheimischen Weinen. „Der Elbling ist mit 11 Prozent Alkoholvolumen der ideale
Sommerwein“. Der „Verein der Elblingfreunde“ von der Obermosel kreierte den
eigenen Elblingbecher aus sehr dünnem Glas. Der Elbling sollte daraus innerhalb
zwei bis drei Jahren getrunken werden, wenn er am besten ist.“ Denn es wächst
jedes Jahr neuer guter Wein nach“, so Heinz-Peter Welter. „Zurück zu den
Wurzeln“ - Die Lottstetter Elblingfreunde planen für 2012 eine Weinerlebnisreise an die Obermosel mit Besichtigungen von deutschen und Luxemburger Wein- und Sektkellereien. Gäste sind willkommen. Mehr Infos gibt es bei den Lottstetter Elblingfreunden, Telefon 07745/7058, Mail: elblingfreunde-lottstetten@gmx.de.

Heinz Peter Welter kam vor fast 25 Jahren durch den Radsport das erste Mal von der Obermosel nach Lottstetten. Und die Lottstetter mögen ihn – und seinen Elbling. Das Bild zeigt den Weinbauern auf seiner Rebterrasse zwischen Wincheringen und Nittel.